20160608
100 Jahre Heinrich Böll

Heinrich-Böll-Schule Fürth

Wir geben Zeit zur individuellen Entwicklung!

Glück in der schönsten Schrift zu Papier gebracht

Deutschkurs des siebten Jahrgangs der Heinrich-Böll-Schule beteiligte sich an Aktion zum „Tag der Handschrift“

Prominenten aus Sport, Politik oder Wirtschaft wird in Gesprächsrunden gerne eine Frage gestellt, die das Persönlichkeitsbild der Person transparenter machen soll. Die simpel klingende Frage lautet: „Wann haben Sie handschriftlich den letzten Brief verfasst?“ Nicht wenige Promis geraten ins Schwitzen. Per Hand einen Brief zu schreiben, gilt fast schon als antiquiert. Eigentlich unverständlich, gibt doch die Handschrift Auskunft über den Absender, vor allem über seine Persönlichkeit, seine Gedanken- und Gefühlswelt.

Für die Stufenleiterin des fünften und sechsten Jahrgangs an der Heinrich-Böll-Schule, Birte Karge, war der „Tag der Handschrift“ Anlass, in ihrem Deutschkurs Schüler des siebten Jahrgangs einen Brief in schönster Schrift zu Papier bringen zu lassen. Das Thema lautete: „Glück“. Ihr Ziel war es, das Interesse am Schreiben zu wecken und die Ästhetik der Handschrift deutlich werden zu lassen, gerade in einer immer stärker medial geprägten Gesellschaft.

Die Stiftung Handschrift initiierte die Aktion mit Unterstützung des Hessischen Kultusministeriums und bestimmte das Briefthema „Glück“. Schirmherr war kein Geringerer als Hessens Kultusminister Professor Dr. Alexander Lorz. In seinem Grußwort betont der Kultusminister, dass „ der Prozess des Schrifterwerbs, das Zusammenspiel von Schrift, Schreiben und Schriftlichkeit  und damit verbunden das Entwickeln einer gut lesbaren Handschrift, flüssiges Schreiben können, elementare Bestandteile schulischen Lernens“ seien. Die Handschrift, so Professor Dr. Lorz weiter, sei nicht nur ein „Kulturgut“, sondern „zeigt auch die Individualität des einzelnen Menschen“.

Die Siebtklässler gingen mit Feuereifer an die Arbeit. Zuerst galt es, „Glück“ zu definieren. Keine einfache Aufgabe. Was ist Glück? Wie empfindet man Glück? Wann und wie spürt man Glück? Was oder wer löst Glück aus? Fragen über Fragen, mit denen sich die Schüler beschäftigten und über die sie anregende Gespräche führten. Schnell wurde den Schülern bewusst, dass es nicht unbedingt materielle Dinge wie Geld oder Reichtümer sind, die Glück garantieren. Auch Macht und Ansehen führen nicht unweigerlich zu einem glücklichen Leben.

In sehr emotional verfassten Briefen brachten die Schüler zum Ausdruck, dass Glück maßgeblich mit der Familie und Freunden verbunden ist, dass Glück entsteht, wenn Harmonie herrscht. Glück kann, so ist aus den Briefen herauszulesen, auch durch unscheinbare Begebenheiten, Geschenke oder Begegnungen erfahrbar werden. „Meine Schüler haben in ihren Briefen sehr persönliche Gedanken und Erklärungen von fast schon philosophischer Güte in schönster Schrift verfasst. Es war eine Freude, den Kindern beim Schreiben zuzusehen“, fasste Stufenleiterin Birte Karge ihre Eindrücke zusammen.

Die Siebtklässler reichten ihre Briefe an die Stiftung Handschrift ein. Die 100 besten Beiträge werden in einem Buch veröffentlicht und die Preisträger im Rahmen eines Festaktes geehrt. Ob Gewinner oder nicht: Daran hängt nicht das Glück der HBS-Schüler. Sie waren schon glücklich über das handschriftliche Ergebnis ihrer intensiven Arbeit. Und sie gewannen noch eine Erkenntnis, die eine Schülerin folgendermaßen formulierte: „Es hat richtig Spaß gemacht, in schönster Schrift zu schreiben. Vielleicht sollte man öfter einen Brief schreiben.“ 

Tag der Handschrift. Schüler eines Deutschkurses nahmen an einer Aktion der Stiftung Handschrift teil und verfassten in schönster Schrift Briefe zum Thema „Glück“. Bevor die Siebtklässler ans Werk gingen, sammelten sie Ideen und notierten Gedanken zum Thema.