20181024
100 Jahre Heinrich Böll

Heinrich-Böll-Schule Fürth

Wir geben Zeit zur individuellen Entwicklung!

Geheime Wahl. Schüler der Heinrich-Böll-Schule nahmen an der von der hessischen Landesregierung initiierten „Juniorwahl“ teil. Das Prozedere glich den echten Wahlen bis ins Detail. Lehrerin Isabelle Pachmann (r.) organisierte die Wahl an der integrierten Gesamtschule. Schulleiter Alexander Hauptmann (l.) fungierte als neutraler Wahlbeobachter.

Wahlfieber im Klassenzimmer

Heinrich-Böll-Schule nimmt an Juniorwahl teil / Geheime Abstimmung

 

Vor dem Wahllokal hat sich eine lange Schlange gebildet. Nacheinander betreten die Achtklässler der Heinrich-Böll-Schule den Raum, in dem sie ihre Stimme zur Landtagswahl abgeben sollen. Lehrerin Isabelle Pachmann nimmt die Benachrichtigungskarten entgegen und händigt die Stimmzettel aus. Sobald eine Kabine frei wird, marschiert der nächste Schüler in den blickdichten Bereich. Unter Aufsicht werden die ausgefühlten Wahlunterlagen in die Wahlurne gesteckt.

„Das Prozedere gleicht aufs Haar den echten Wahlen, die am kommenden Sonntag in Hessen erfolgen“, betont die Pädagogin Isabelle Pachmann. Sie initiierte die Teilnahme von vier achten und einer siebten Klasse der integrierten Gesamtschule an der Juniorwahl. Aufgerufen zur Juniorwahl hat der hessische Landtag. Landtagspräsident Norbert Kartmann ließ es sich nicht nehmen, als Schirmherr zu fungieren, immerhin werden Jugendliche mit dem deutschen Wahlsystem und einem der wichtigsten Bausteine unserer Demokratie vertraut gemacht.

Unterstützt wird die Initiative von der Landeszentrale für politische Bildung, die es für wichtig erachtet, dass die Themen „Wahlen“ und „Demokratie“ in den Unterricht integriert werden sollten. „Dadurch wird ein sehr wichtiges Bürgerrecht für unsere Schüler erlebbar gemacht“, erklärt Schulleiter Alexander Hauptmann, der als stiller Beobachter den Ablauf der Juniorwahl mit verfolgte. Er war Zeuge davon, dass die „Jungwähler“ mit großem Ernst ihrer „Bürgerpflicht“ nachgingen. „Wir haben im Unterricht über den Ablauf einer Wahl gesprochen und Begriffe wie „Erst- und Zweitstimme“ oder „Direktmandat“ geklärt“, bemerkte Lehrerin Isabelle Pachmann.

Ihr Kreuz konnten die Schüler in der Wahlkabine nicht nur für Parteien und Kandidaten abgeben – sie hatten übrigens den Originalwahlzettel für den Wahlkreis Ost – sondern auch über die Vorschläge zur Änderung der Verfassung abstimmen. Spannend wird es am kommenden Freitag, 26. Oktober, wenn die Stimmen ausgezählt werden. Isabell Pachmann gibt die Zahlen dann umgehend an eine Zentrale in Wiesbaden weiter. Am Sonntag wird das Ergebnis auf einer Internetseite unter dem Stichwort „Juniorwahl“ bekannt gegeben.

Klar, dass das Ergebnis an der Heinrich-Böll-Schule für Diskussionsstoff im Unterricht sorgen wird. Ob das Votum der Schüler der integrierten Gesamtschule mit den landesweiten Zahlen übereinstimmen? „Eine aufregende Frage, auf die wir am Sonntag ab 18 Uhr eine Antwort bekommen“, meinten Schulleiter Alexander Hauptmann und Lehrerin Isabelle Pachmann unisono. Für die Schüler war das Wahlprozedere auf jeden Fall ein echtes Erlebnis: „Ich war richtig aufgeregt, als ich in der Wahlkabine meine Kreuzchen machte“, gestand eine Achtklässlerin. Und sie fügte schnell hinzu: „Das war richtig cooler Gesellschaftslehreunterricht.“