20190408
100 Jahre Heinrich Böll

Heinrich-Böll-Schule Fürth

Wir geben Zeit zur individuellen Entwicklung!

Bei strahlendem Sonnenschein an der Rhône flaniert

Schüler der Heinrich-Böll-Schule weilten im französischen Thizy / Kultur pur erlebt


Beim Abschied flossen auf beiden Seiten reichlich Tränen. Ein beredtes Zeichen dafür, dass enge Freundschaften zwischen den Schülern der Heinrich-Böll-Schule und der Schule in Thizy beziehungsweise Cours entstanden. „Nebenbei“ verbesserten die 16 Jugendlichen aus dem Odenwald ihre sprachlichen Fähigkeiten und erhielten einen authentischen Einblick in das Leben der Menschen im befreundeten Nachbarland. „Das Programm in der Fürther Partnerstadt ließ keine Wünsche offen. Attraktive Städte in der näheren Umgebung luden zu einer Besichtigungstour ein. Die Gruppe erlebte Kultur pur und französische Kulinarik vom Feinsten“, bilanzierte Oberstudienrat Sven Spottka, der gemeinsam mit Oberstudienrätin Silvia Hantke die Reise leitete.

Die beiden Französischlehrer der integrierten Gesamtschule weilten schon des Öfteren in der französischen Partnergemeinde Fürths. Sie kennen die Gegebenheiten vor Ort und die Sehenswürdigkeiten in der Region wie ihre Westentaschen. Natürlich besteht zwischen den Fürther Pädagogen und ihren französischen Kollegen eine vertrauensvolle und intensive Zusammenarbeit. Auf die Tatsache, dass die Schulpartnerschaft seit 45 Jahren existiert, ist man besonders stolz. In diesem Jahr blickt Fürth mit Freude auf eine 50jährige Verschwisterung mit Thizy. Darauf machte auch der Vertreter des dortigen Freundeskreises beim Empfang der Odenwälder Schülergruppe aufmerksam. Er wünschte den Jugendlichen und den Lehrern einen „interessanten und erlebnisreichen Aufenthalt“.

Sein Wunsch ging vollends in Erfüllung: Bei traumhaftem Wetter unternahm man gleich am Tag nach der Ankunft eine Tour in die sehenswerte Stadt Lyon. Erstes Ziel war das nach dem Architekten und Städtebauer Tony Garnier ernannte Viertel , das einem „Open-air-Museum“, wie Oberstudienrat Spottka das Quartier bezeichnete, gleichkommt. An den Wänden der dortigen Gebäude sind riesige Malereien zu bestaunen, die sich mit unterschiedlichen Themen und Ländern beschäftigen.

Die Schüler schauten sich auch das alte Fußballstadion im Gerland-Viertel an und flanierten anschließend bei strahlendem Sonnenschein am Rhône-Ufer entlang Richtung Innenstadt. Auf dem Place Bellecour bestaunten sie die große Reiterstatue des französischen „Sonnenkönigs“. Am Nachmittag hatten die deutsch-französischen Schülergruppen die Gelegenheit, Lyon auf eigene Faust zu erkunden. Zu sehen gab’s jede Menge mittelalterliche und Renaissance-Architektur.

Nicht minder sehenswert ist die Kreisstadt Roanne, die an der Loire liegt. Die HBS-Schüler erhielten von ihren Lehrern die Aufgabe, zwölf Objekte der Stadt zu entdecken. Sie mussten sich also fragend durch die Stadt bewegen. Dabei stellten sie ihre sprachlichen Fähigkeiten unter Beweis und parlierten frei von der Leber weg mit den Bürgern der Stadt. Eine Gruppe erzielte die volle Punktzahl und erhielt dafür einen kulinarischen Preis. Apropos Leckereien: Sven Spottka und Silvia Hantke machten ihre Schützlinge auf eine Spezialität Lyons aufmerksam. Aus dem Hause „Pralus“ kommen kleine Kuchen, die im ganzen Land bekannt und ein Inbegriff des süßen Genusses sind.

Ein Wort zur Kulinarik: Die Odenwälder Schüler, die vertraut sind mit Schnitzel, Kochkäse, Handkäse und Rippchen ließen sich ohne Zögern Froschschenkel, Schnecken und andere Spezialitäten schmecken. Dazu zählte auch der „Diabolo menthe“, ein Getränk, das in und rund um Thizy Kultstatus genießt und von den Lehrern spendiert wurde.

Das Wochenende verbrachten die Schüler gemeinsam mit ihren „Corres“ in den Familien, die natürlich auch unterhaltsame und interessante Aktionen planten. Die Verantwortlichen der Schule in Cours organisierten wiederum einen Tag in einem Freizeitcenter am „Lac des sapins“, der als idealer Ort für ein Spiel diente. Die Fürther mussten anhand kleiner Fotos die dazu passenden Orte rund um den See ausfindig machen – kein einfaches Unterfangen.

Mittwochs drückten die Fürther vormittags die Schulbank. Einige bereiteten sich intensiv auf die Prüfung für das französische Sprachdiplom vor, andere brachten ihre Eindrücke zu Papier oder beschäftigen sich mit einer Lektüre. „Wir haben“, so Spottka und Hantke unisono, „die Zeit genutzt, um unsere Schüler auf das Sprachdiplom vorzubereiten und sie fit zu machen für den Lesewettbewerb, an dem wir regelmäßig mit Erfolg teilnehmen.“

Donnerstags hieß es Abschied nehmen. Bevor der Bus wieder Richtung Deutschland startete, trafen sich die „Corres“ und deren Gäste zu einem Abschlussessen. Die Fürther Delegation bedankte sich für die herzliche Gastfreundschaft und das abwechslungsreiche Programm.

Die Projekte der Fachschaft Französisch an der Heinrich-Böll-Schule sind mit dem Schüleraustausch längst nicht erschöpft: In der letzten Schulwoche geht’s für einen Tag nach Straßburg und im August ist die französische Hauptstadt Paris Ziel eines einwöchigen Aufenthaltes. Dass die vielfältigen Unternehmungen eine wichtige Ergänzung des normalen Unterrichts sind, steht außer Frage. Sie tragen zum großen Erfolg beim Erlernen der zweiten Fremdsprache bei. „Es freut uns sehr, dass die Schüler unsere Angebote annehmen und sich bei allen Aufenthalten vorbildlich verhalten“, lautete das Fazit von Oberstudienrat Sven Spottka.