20190409
100 Jahre Heinrich Böll

Heinrich-Böll-Schule Fürth

Wir geben Zeit zur individuellen Entwicklung!

Gespräch mit Zeitzeugen lässt Nazi-Gräuel erfahrbar werden


Die Zehntklässler der Heinrich-Böll-Schule hörten gebannt den Ausführungen von sechs Zeitzeugen zu, die sehr ergreifend über ihre schrecklichen Erlebnisse während der Nazi-Diktatur und den Gräueltaten der Hitler-Schergen erzählten. „Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, die Schüler mit noch lebenden Zeitzeugen zu konfrontieren, damit die dunkle Vergangenheit Deutschlands nicht vergessen wird“, erläuterte Schulpfarrerin Barbara Holzapfel-Hesselmann die Gründe für die jährlichen Treffen, das jüngst vom Maximilian Kolbe Werk des katholischen Bistums Mainz angeboten wurde.

Eine der Zeitzeugen war Henriette Kretz, die am 26. Oktober 1934 in einer jüdischen Familie in der damals polnischen Stadt Stanisławów (heute Iwano-Frankiwsk in der Ukraine) geboren wurde. 1941 musste die Familie ins Ghetto umsiedeln. Mehrmals entkamen sie der Deportation. Nachdem sie über ein halbes Jahr von einer polnisch-ukrainischen Familie versteckt worden waren, entdeckte sie die Gestapo. Die Eltern wurden vor ihren Augen erschossen, Henriette konnte fliehen und überlebte in einem von Nonnen geführten Waisenhaus.

Der älteste Zeitzeuge ist Ignacy Golik. Er wurde am 16. Januar 1922 in Warschau geboren. Die Gestapo verhaftet ihn 1942 und deportierte ihn in das Konzentrationslager Auschwitz. Nach drei Jahren wurde er zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Am Ende der seiner Leidenszeit wog er nur noch 42 Kilogramm. Ignacy Golik überlebte den „Todesmarsch“ und wurde in der Nähe von Rostock von den sowjetischen Truppen befreit.

Nicht minder bestürzend waren die Erzählungen der anderen Zeitzeugen, die unter den Nazis unsägliche Leiden ertragen mussten.