20190615
100 Jahre Heinrich Böll

Heinrich-Böll-Schule Fürth

Wir geben Zeit zur individuellen Entwicklung!

Eine bunte und rasante Theater-, Gesangs- und Tanzshow

HBS-Theater AG begeisterte Zuschauer mit dem Krimi „Lebt sie noch – oder erben wir schon?“ / Zwei ausverkaufte Abendvorstellungen

Eben noch fällt eine englische Lady mit wahrhaft theatralischer Geste in Ohnmacht, während Sekunden später ein Buttler völlig derangiert auf die Bühne taumelt. Es geht Schlag auf Schlag in der Krimikomödie „Lebt sie noch – oder erben wir schon?“. Die Theater AG der Heinrich-Böll-Schule präsentiert sich in Hochform. Vor ausverkauftem Haus begeistern die Schüler mit einer bunten und rasanten Theatershow, die köstlich garniert ist mit Gesangs- und Tanzeinlagen. Kein Wunder also, dass das Publikum schier aus dem Häuschen ist und der spielfreudigen Truppe mit stürmischem Beifall für den Theatergenuss dankt.

Die Leichtigkeit und Professionalität des Theaterensembles, das wie selbstverständlich wirkende Agieren der Schauspieler und der perfekte Einsatz von Licht, Ton und Effekten kommt nicht von ungefähr: Die beiden Regisseurinnen Johanna Spilger und Anuschka Göttmann-Eich arbeiteten seit Monaten akribisch auf die Aufführung hin. In mühevoller Kleinarbeit wurde auf jedes Detail penibel geachtet: Vom Bühnenbild über die Kostüme bis hin zum unscheinbarsten Requisit. Die beiden Pädagoginnen, die seit mehreren Jahren die Theater AG leiten, haben ganze Arbeit geleistet.

Dass sich die Anstrengungen lohnen, beweist die Resonanz: Innerhalt kürzester Zeit waren die Karten für die beiden Abendveranstaltungen vergriffen. Möglich, dass sich das Ensemble im nächsten Jahr einen größeren Aufführungsort suchen müssen.


























Zum Inhalt der Kriminalkomödie: Lady Emily, Herren von Schloss Huntincourt, lädt anlässlich ihres 96. Geburtstages ihre Nichten und Neffen samt Ehepartnern zu einem mehrtätigen Besuch ein. Die überaus rüstige Seniorin kennt ihre Pappenheimer und weiß sehr genau, wie mit der Verwandtschaft umgegangen werden muss. Ihr zur Seite steht ihr treuer Buttler Stanley, der im Laufe des Geschehens extreme Nehmerqualitäten beweist.

Schuld an den körperlichen Unannehmlichkeiten die Stanley zu erleiden hat,  sind die „lieben“ Verwandten, die sich allesamt in Geldnöten befinden und deshalb voller Arglist einen schnellen Tod der zu ihrem Leidwesen putzmunteren Tante herbeiführen wollen. Jeder hat einen perfiden Plan im Gepäck, um die Erbtante möglichst rasch ins Jenseits zu befördern. Die hinterhältigen Ideen reichen von einer giftigen Spinne bis hin zu einer manipulierten Heizdecke. Die sich vornehm gebenden Herrschaften haben sogar schon ein Bestattungsunternehmen engagiert, das ungeduldig auf seinen Einsatz wartet.

Doch mit der „ewigen Ruhe“, die man der Lady schenken möchte, will es nicht so recht klappen. Mehr oder weniger unfreiwillig wird Buttler Stanley zum Opfer der Anschläge. Überraschend kommt dann doch die Nachricht vom Tod der Tante: Der herbeigerufene Arzt attestiert einen Herzinfarkt. Kaum tot, streiten sich die potentiellen Erben um das Hab und Gut, vor allem um Schloss Huntincourt. Und mit einem Mal will keiner der Erbschleicher den Tod der Tante geplant zu haben.
























Aber die Bagage hat die Rechnung ohne die gewiefte Schlossherrin gemacht. Sie inszenierte den Tod, um der geldgierigen Verwandtschaft einen Streich zu spielen. Reichlich bedröppelt schauen die Möchte-gern-Erben drein, einzig Lady Emily lacht sich ins Fäustchen. Keine Frage: „Mit 96 Jahren, da fängt das Leben an“ wie das Ensemble zum Einstieg ins Stück in Anspielung an den Udo Jürgens Hit trällerten.

Apropos Gesang: Schon dieser Hit animierte das Publikum zum Mitsummen und Mitsingen. Disco-Feeling kam auf, als Buttler Stanley zum Mikrophon griff und einen Flower-Power-Song zum Besten gab. Damit nicht genug: Eine Geisterschar sorgte nicht nur für reichlich Gruselatmosphäre, sondern sorgte mit einem schwungvollen Tanz für ausgelassene Stimmung im Totenreich. Die Technik-Crew hatte genau hier ihren größten Spaß, setzten sie doch die Nebelmaschine in Gang. Mit Licht- und Toneffekten rundete man das Theaterspektakel gekonnt ab.

„Wir freuen uns schon auf die Aufführung der HBS-Theatergruppe im nächsten Jahr. Wenn es möglich wäre, würden wir schon jetzt Karten reservieren“, lautete der vielsagende Kommentar einer dreiköpfigen Familie. Den Schauspielern sah man die Freude über den Erfolg nach der Aufführung deutlich ins Gesicht geschrieben: „Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht“, meinten mehrere Akteure unisono.

 

























 

Das Theaterteam

Nina Axt (Lady Emily), Lars Gußmann (Stanley), Nele Schuhmacher (Georgia Trimble), Samet Aslan (Gordon Trimble), Maxime Mauermann (Karen Moreham), Mirella Bauer (Richard Moreham), Julia Merk (Valery Brummel), Nick Hoelzing (Cedric Brummel), Madita Hoffmann (Amy Whitehouse), Joleen Bravin (Elisabeth Whitehouse), Enya Kilian (Victoria Custings), Luca Sirlin (Geoffrey Custings), Luisa Metz (Mrs. Morghan), Paul Leisler (Mr. O’Mallegh), Lorenz Spilger (Harry/Dr. Snubbit),  Tim Frömmrich (Christopher Standish), Leonid Axt (Pater Green), Damon Noack und Dustin Noack (Bestatter), Mia Kilian, Llana Kreuter, Sarah Weber und Jolina Wilberg (Geister).

Technik: Jonas Andrae, Valanipon Buaphen, Leon Liszka, Samuel Schmidt, Alexander Uhl, Robin Wagner, Jason Weber und Luca Wilberg. Leitung: Michael Böhler

Maske/Souffleuse: Stephanie Gabel, Samire Burniki

Regie/Kulisse: Johanna Spilger und Anuschka Göttmann-Eich.