Auszeitraum
100 Jahre Heinrich Böll

Heinrich-Böll-Schule Fürth

Wir geben Zeit zur individuellen Entwicklung!

Der Auszeitraum

 

Umgang mit Unterrichtsstörungen

Klare Regeln, klare Konsequenzen

 

1. Ziele:

  • Lernwillige Schüler sollen geschützt werden.
  • Lehrer sollen ungestört unterrichten können.
  • Rahmenbedingungen für einen ungestörten Unterricht sollen geschaffen werden.
  • Es müssen konkrete Hilfen für häufig störende Schüler angeboten werden, die zur Verbesserung des Verhaltens führen.

 

2. Leitlinien:

  • Der Auszeitraum ist kein „Strafmaßnahmeraum“!
  • Die Grundidee von Eigenverantwortung: Jeder ist für sein eigenes Tun verantwortlich.
  • Es gilt ein respektvoller Umgang miteinander.

 

3. Grundregeln (hängt als Plakat in jedem Klassenraum):

Verantwortungsübernahme bedeutet auch Anerkennung des Gebots, dass Lehrer und Schüler sowohl Rechte als auch Pflichten haben.

 

  • Jeder Schüler hat das Recht, ungestört zu lernen!
  • Jeder Lehrer hat das Recht, ungestört zu unterrichten!
  • Die Rechte des anderen müssen geachtet und respektiert werden!

 

Die drei Grundregeln des Auszeitmodells werden als elementare Unterrichtsregeln in allen Klassen der HBS eingeführt (verantwortlich ist der Klassenlehrer) und medial festgehalten! Das Leitbild der HBS wird in diesem Zusammenhang vorgestellt, besprochen und in jedem Klassenraum aufgehängt.

 

4. Vor der Auszeit

  • Jeder Lehrer überprüft genau, ob es sich tatsächlich um eine Unterrichtsstörung handelt (Material, Hausaufgaben oder Sportsachen vergessen ist kein Grund).
  • Der Schüler wird zuerst vom Lehrer ermahnt und an die Grundregeln erinnert.
  • Es gibt nur eine Ermahnung, die Schüler kennen die Regeln und müssen nicht mehrmals darauf hingewiesen werden.
  • Die Verantwortung liegt jetzt beim Schüler, der sich selbst entscheiden muss, entweder den Unterricht zu verlassen, wenn er nicht ohne weitere Störungen daran teilnehmen kann oder nicht weiter zu stören und im Unterricht zu bleiben.
  • Die Lehrkraft muss nicht bestimmen, diskutieren, erörtern, nachweisen oder erklären.
  • Ändert der Schüler sein Verhalten nicht, bekommt er einen Laufzettel und geht in den Auszeitraum.

 

5. Im Auszeitraum

  • Wenn der Schüler oder die Schülerin den Raum betritt, sollte er/sie ruhig und freundlich empfangen werden, ihn/ sie jedoch klar auf seinen/ihren Arbeitsauftrag (Ausfüllen des Rückkehrplans, Bearbeiten der Aufgaben und Materialien) hinweisen.
  • Je nach dem, in welchen emotionalen Zustand der Schüler den Raum betritt, sollte man ihm die Möglichkeit geben seiner Wut und Aufregung Raum zu geben und gemeinsam Lösungen bzw. Alternativen für sein Verhalten zu finden.
  • Ist der Schüler emotional in der Lage sich einzulassen, sollte man ihn zum konzentrierten Arbeiten motivieren.

 

6. Rückkehr in den Unterricht

  • Nach dem Auszeitraumbesuch ist es die Verantwortung der Schülerinnen und Schüler, mit dem Fachlehrer in Kontakt zu treten und den Rückkehrplan zu zeigen (der Auszeitlehrer entlässt den Schüler ca. 5 Minuten vor Stundenende).
  • Der Lehrer, in dessen Unterricht der Schüler den Auszeitraum besucht hat, kontrolliert den Plan und gibt den Rückkehrplan an den Klassenlehrer (der Klassenlehrer heftet den Plan in die Schülerakte).
  • Sollte der Schüler den Rückkehrplan nicht beim Fachlehrer abgeben, wird dieser sofort in der nächsten Fachlehrerstunde erneut in den Auszeitraum geschickt.

 

7. Konsequenzen:

  • Es wird eine Liste geführt, die regelmäßig ausgewertet wird. Diese Liste wird alle 3 Monate „genullt“, d.h. die Besuche im Auszeitraum werden dann nicht mehr gezählt.
  • Wenn ein Schüler innerhalb dieser drei Monate 3x den Auszeitraum besuchen musste, werden die Eltern über den Klassenlehrer informiert. Der Klassenlehrer entscheidet, ob der Schüler 2 Sozialstunden erledigen soll (Pädagogische Entscheidung).
  • Nach 6 Besuchen im Auszeitraum werden die Eltern und der Schüler von der Pädagogischen Leiterin zu einem Gespräch in die Schule eingeladen.
  • Häufige Besuche im Auszeitraum können Anlass dafür sein, die „Handlungskette bei Regelverstößen“ (Stufe 1) zu nutzen.

 

8. „Freiwilliger“ Besuch im Auszeitraum:

  • Schüler können nach Absprache mit dem Lehrer den Auszeitraum besuchen, um in Ruhe Arbeiten zu erledigen - der Fachlehrer entscheidet über den Sinn dieser Maßnahme und notiert dies auf dem Laufzettel.
  • Das Nachschreiben von Klassenarbeiten soll nur in Ausnahmefällen (nach Absprache mit dem Auszeitlehrer) stattfinden, da dies sowohl für die Besucher des Auszeitraums als auch für die Schüler, die die Arbeit schreiben müssen, zu Störungen führt.

 

9. Materialien:

  • Im Auszeitraum befindet sich ein Ordner mit Kopien, die von den Schülern bearbeitet werden können (das sind z.T. kreative Möglichkeiten, um konkrete Störungen zu reflektieren, aber auch Abschreibtexte, Rätsel etc.).
  • Es werden Notebooks mit Apps versehen, an denen Schüler arbeiten können.
  • Es wird eine Linkliste zusammengestellt, anhand derer die Schüler Aufgaben im Internet bearbeiten können (z.B. www.englisch-hilfen.de); alternativ dazu können auch Materialien in Ordnern als Kopiervorlage abgelegt werden.